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Dachpappe

Dachpappe

Dachpappe - Entsorgung


AVV-Kapiel 17:
Bau- und Abbruchabfälle

AVV-Gruppe 1703:
Bitumengemische, Kohlenteer und teerhaltige Produkte

AVV-Abfallschlüssel 170302/170303*:

Dachpappe, bituminös/teerhaltig

Erläuterung:
Dachpappe oder Bitumen-Dachbahn ist eine mit Bitumen getränkte Pappe, die als Feuchtigkeitsperre in Bauteilen dient. In die Dachpappe wird teilweise grobkörniger Sand, feiner oder Schiefersplitter eingewalzt, um eine höhere Abriebfestigkeit und UV-Resistenz zu erreichen. Zur Abdichtung von Dächern werden seit vielen Jahrzehnten Dachpappen verwendet.

1842 erschien von dem Neustrelitzer Baumeister Friedrich Wilhelm Buttel die Monographie "Praktische Erfahrungen über Dornsche Dächer nebst ausführlicher Beschreibung, Kostenberechnung und Zeichnung solcher Constructionen, welche denselben größere Dauer und Dichtigkeit geben, und einem Anhange über die flachen Dächer bei ökonomischen Gebäuden". Er hat darin erstmalig die geteerte Dachpappe für die Abdeckung klassizistischer Flachdächer beschrieben und kann wohl als deren Erfinder betrachtet werden.

Bituminöse Dachpappe - 170302:
Bitumen ist ein hochwertiger Basisbaustoff für die Herstellung von Dachpappe. Bitumen wird überwiegend aus der Verarbeitung von Erdöl gewonnen. In den Erdölraffinerien wird durch Destillation das Erdöl in seine leicht flüchtigen Bestandteile wie Benzin, in die verschiedenen Öle, und letztlich in das Bitumen zerlegt.Neueste Herstellungsmethoden zielen aber inzwischen auch auf die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen ab. Das Bitumen dient der dauerhaften Verklebung der Dachpappe. Die Vorteile von Bitumen sind die einfache Verarbeitbarkeit bei der Herstellung von Dachpappe, die gute Haftung und die guten Gebrauchseigenschaften. Die Dachpappen, die weniger als 100 mg/kg TS PAK enthalten, werden der Abfallart „Bitumengemische mit Ausnahme derjenigen, die unter 170301 fallen" (AS 170302) zugeordnet.

Teerhaltige Dachpappe - 170303*:
Die Trägerbahn (aus Pappe, Papier oder Vließ) wurde früher bei der Herstellung mit einer Teerbeschichtung versehen. Im Kohlenteer sind erhebliche Schadstoffe enthalten, u.a. die so genannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (kurz: PAK). Einige dieser PAK-Verbindungen sind krebserregend.
Heute werden Dachpappen ausschließlich mit Bitumen beschichtet, die keine oder nur in Spuren PAK Verbindungen aufweisen. Bei Dachpappen aus dem Neubau (z.B.Verschnitte, Reste) ist anzunehmen, dass diese teerfrei und damit nicht gefährlich sind. Liegen keine Anhaltspunkte vor, ob der Abfall aus Abriss- oder Neubaumaßnahmen stammt, muss eine Analyse des konkret zu entsorgenden Abfalls auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) erstellt werden. Überschreitet der PAK-Gehalt (nach EPA-Methode) des Abfalls den Wert von 100 mg/kg TS, ist die Dachpappe teerhaltig und somit der Abfallart „Kohlenteer und teerhaltige Produkte" (AS 170303*) zuzuordnen.

Laut dem Kreislaufwirtschaft- und Abfallgesetz - KrW-/AbfG vom 15.7.2006 wird diese Fraktion als "gefährlicher Abfall", ehem. als "besonders überwachungsbedürftiger Abfall" bezeichnet und unterliegt dem Nachweisverfahren über Entsorgungsnachweise bzw. Begleit- und Übernahmescheine. Jener Abfall ist in der Abfallverzeichnisverordnung (AVV) mit einem "*" gekennzeichnet. Das Verfahren wird in der Zentralen Stelle Abfallüberwachung (ZSA) des Landesamtes für Umweltschutz (LFU), behördlich überwacht. Als Entsorgungsfachbetrieb erfüllen wir natürlich die Voraussetzungen für die gesetzeskonforme Entsorgung.

Unterscheidung/Deklaration:
Teerhaltiges Dachpappenmaterial erkennt man in der Regel am starken Geruch, der sich vom bituminösen Material deutlich abhebt. Dieser verstärkt sich bei Erwärmung. Bei schwacher Teerbelastung ist der Geruchstest jedoch nicht eindeutig.

Eine weitere Möglichkeit der Unterscheidung biete der PAK-Maker. Das Spray wurde speziell für die Ermittlung von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) in bituminösen Materialien, wie bituminöser Asphalt, entwickelt. Das PAK-Spray kann auch für andere Materialien, welche PAK enthalten, verwendet werden, z.B. bei Abbruchmaterialien eines Gebäudes, Bedachungsmaterialien, Mauersteine, oxydiertes Holz. etc. Allerdings ist die Methode auch nicht 100% exakt.

Ein Analytikverfahren nach der EPA-Methodik gibt sicheren Aufschluss über die Zusammensetzung. Wir helfen Ihnen hier gerne weiter!

Dichte:
Dachpappe hat in Regel eine Dichte von 0,4 - 0,6 to/m³ (Angabe ohne Gewähr)

Recycling/Verwertung:

Aufbereitung:
Vor der energetischen oder stofflichen Verwertung von Dachbahnen ist in der Regel eine Auf-bereitung notwendig, die die folgenden Schritte umfasst:
Sortierung bzw. Abtrennen von Fremdstoffen (z. B. Holz, Metalle, mineralischer Anteil, Isoliermaterial)
Zerkleinerung Klassierung (in die entsprechend der Verwertung erforderlichen Korngrößen)
Konditionierung (durch Vermischen mit anderen Abfällen zur Erreichung der für den Ersatzbrennstoff notwendigen Eigenschaften im Falle einer energetischen Verwertung).

Energetische Verwertung:
Aus dem Abfallstoff Dachpappe kann ein hochwertiger Ersatzbrennstoff zur Verwertung in der industriellen Mitverbrennung. Dieser Ersatzbrennstoff ersetzt Primärbrennstoffe und trägt so zur Schonung der natürlichen Ressourcen bei.
Dachbahnen weisen einen Heizwert im Bereich von 20.000 bis 25.000 kJ/kg auf. Sie sind grundsätz-lich geeignet, als Ersatzbrennstoff z. B. in Zementwerken oder Kohlekraftwerken eingesetzt werden zu können.
Voraussetzung für die Eignung einer Anlage zur energetischen Verwertung des Materials sind Verbrennungsbedingungen, die eine Zerstörung der in den Dachbahnen enthaltenen organischen Schadstoffe sicherstellen. Diese und weitere Anforderungen an den Einsatz als Ersatzbrennstoff müssen fachlich und genehmigungsrechtlich von den zuständigen Behörden geprüft werden.

Stoffliche Verwertung:

Die stoffliche Verwertung von Dachbahnen wird, wenn auch in geringerem Umfang als die energe-tische Verwertung, bereits praktiziert. Dabei wird das Altmaterial bei der Herstellung von Straßen-baustoffen eingesetzt. Für den Einsatz in einem Heißmischverfahren (Asphaltmischanlage) sind aus Gründen des Arbeitschutzes nur bitumenhaltige Dachbahnen zulässig.

Beauftragen Sie uns!
Für Sie übernehmen wir gerne die Dachpappen Entsorgung in Nürnberg Fürth und Erlangen mittels Container.

Kontaktieren Sie uns! Wir erstellen Ihnen gerne ein Angebot.

Quellen:
AVV-Verzeichnisverordnung
Wikipedia

Die angegebenen AVV-Schlüssel-Nr. sind exemplarisch zu verstehen. Die AVV-Nr. und die damit verbundene Deklaration kann abweichen und richtet sich nach dem zu entsorgenden Abfall.